Montag, 16. Oktober 2017

Streitschlichter-Ausbildung in Klasse 4

Nachdem wir für unsere Schule Streitschlichter innerhalb einer AG ausgebildet haben, sind wir dazu übergegangen, in einer Unterrichtseinheit in Jahrgangsstufe 4 alle Schüler mit der Streitschlichtung vertraut zu machen:

Bild: www.amazon.de

Da es für mich das erste Mal in meiner Klasse 4 war, habe ich mich an diesem Buch orientiert, welches mir meine Kolleginnen dazu empfehlen konnten und die Schritte der Mediation sehr gut veranschaulicht.
Weil ich davon überzeugt bin, dass dies eine sehr hilfreiche und nützliche Sache in Bezug auf Gewaltprävention in der Grundschule ist, möchte ich davon hier berichten:

Nachdem wir den Unterschied zwischen Streitschlichtung und Gerichtsverhandlung wie im Buch gut dargestellt, geklärt hatten, wollten meine Schülerinnen und Schüler direkt mit Rollenspielen loslegen. Ein akuter Pausenstreit war Anlass, so dass ich die Schüler in Dreiergruppen loslegen und mit Streitschlichter und den beiden Streitenden eine Idee entwickeln ließ. Durch eigene Erfahrung mit Streit, die Streitklärung und das Mediationsangebot von uns Lehrerinnen an der Schule, lief dies schon ganz gut, doch die Grenzen wurden schnell sichtbar: Der Streitschlichter muss unparteiisch bleiben, darf die Lösung nicht vorgeben, keine "Strafen" verhängen etc.
Anhand der ungeklärten Dinge aus den Rollenspielen konnte ich nun in jeder Stunde eine Stufe von Regeln erklären, Streit schildern, vom Streitschlichter wiederholen lassen, Gefühle darstellen etc. erläutern, bevor wir die Rollenspiele im Buch weiter als Übungen nutzten.
Die wichtigste Sache war für die Kinder denke ich, dass der Streit oft das Endresultat von einer Reihe von Gefühlen ist, die bereits im Vorfeld stattgefunden haben. Die sogenannte Spitze des Eisbergs verdeutlicht das im Buch sehr gut...
Die Kinder konnten so auch sehr gut verstehen, dass bspw. Maximilian Alexander nur deshalb beim Fußball geschubst hat, weil der gestern lieber mit Andreas spielen wollte... Anne hat Lisa nur blöde Kuh genannt, weil die sie vor zwei Tagen mit ihrer 1 in der Mathearbeit angegeben hat etc.
Gefühle wie Eifersucht, Ungerechtigkeit, Angeberei, mangelnde Aufmerksamkeit und Wertschätzung etc. wurden zum Thema.
Da am Ende der Einheit in jeder 4. Klasse zwei Streitschlichter für die Schule ausgewählt werden sollten, fragte ich immer wieder, wer dies möchte. Diese Kinder ließ ich bevorzugt vor der Klasse im Rollenspiel Streitschlichter oder Streitschlichterin sein und bei anschließendem Lob und Tipp der Klassenkameraden üben.
Die Wahl übernahm ich schließlich, denn mir war es wichtig, dass Kinder mit besonderen Kompetenzen als Streitschlichter ausgewählt werden und nicht in einer geheimen Abstimmung der Klasse Kinder aufgrund von Freundschaften in Zugzwang kommen sollten.
Nachdem jede/r ihre/seine Meinung geäußert hatte, welche beiden SchülerInnen er oder sie auswählen würde, entschied ich mich schließlich für ein Mädchen und einen Jungen aus unserer Klasse.
Diese beiden werden sich zusammen mit den beiden ausgewählten Kindern aus der Parallelklasse den anderen Kindern der Schule nach den Herbstferien präsentieren und auf dem Schulhof (durch Armband oder Weste kenntlich gemacht) als Streitschlichter zur Verfügung stellen.
Aus der Erfahrung müssen die Schüler zunächst immer wieder auf die Streitschlichter aufmerksam gemacht werden, damit sie auch im Streitfall angenommen werden. Hat sich jedoch das neue System eingespielt, werden Mitschüler im Streitfall lieber angefragt. Die Streitschlichter müssen immer wieder in ihrer Arbeit bestärkt, unterstützt und begleitet werden und ich werde natürlich nach wie vor als Ansprechpartner und Hilfe bei unlösbaren Streitfällen zur Verfügung stehen.
Für die Klasse jedenfalls eine wichtige Phase, denn mittlerweile wird der Streit auch untereinander schon anders geregelt und alle Schüler und Schülerinnen haben viel für ihr eigenes Streitverhalten, den Umgang miteinander, die eigenen negativen zuweilen sehr starken Gefühle, die aufgearbeitet werden müssen und generell ihr Selbstwertgefühl gelernt.
Ich berichte hier heute so ausführlich, weil es vielleicht auch für andere Klassen, Schulen eine erfolgreiche Idee sein kann...

Viele streitfreie Momente, schöne Tage wünscht
Marion Keil

Sonntag, 15. Oktober 2017

Nochmal Sonne tanken - Herbstferien im Sommer

Nachdem wir ziemlich "untersommert" waren, bin ich mit meiner Familie nochmal kurzentschlossen in den Herbstferien in die Sonne geflogen, um einfach Sonne, Strand und Meer zu genießen und mal abzuschalten...


Hier in der Nähe von Dubai haben wir noch hochsommerliche Temperaturen von 36 Grad gefunden und genießen sommerliches Leben an Strand und Pool!


Viele Urlaubs- und Feriengrüße nach Deutschland, genießt die freien Tage und erholt euch ebenfalls gut, lasst einfach mal wieder die Seele baumeln!

Schöne Tage wünscht euch Marion Keil



Samstag, 14. Oktober 2017

Vorlesestunde vor den Herbstferien


Vor den Herbstferien fand unsere traditionelle Vorlesestunde an unserer Grundschule statt. Da diesmal wir Lehrerinnen wieder an der Reihe waren (vor den Osterferien dann die Viertklässler…), sucht sich jede Lehrerin ein Vorlesebuch aus und macht dafür Werbung:




Unser Vorgehen ist folgendermaßen: Zu Beginn der letzten Woche vor den Herbstferien hängt jede Lehrerin ein „Werbeplakat“ mit Titel, kleiner Zeichnung o.ä., Altersangabe (wenn nötig), Vorleseklassenraum und Namen auf. An das Plakat ist eine der je Buch unterschiedlich farbigen „Eintrittskarten“ gehängt. So können sich die ca. 100 Schülerinnen und Schüler unserer Grundschule bereits in der Woche am Whiteboard im Schulgebäude alles anschauen und informieren.

Donnerstags erfolgt dann die Einwahl, zu der jede Klasse beginnend von Jahrgangsstufe 1 bis Jahrgangsstufe 4 sich einwählt und aus den bereitstehenden Schachteln der Eintrittskarten die entsprechend farbige Karte des gewählten Buches nimmt. Diese Karte muss bis zum folgenden letzten Schultag in der Kunstkiste oder im Mäppchen aufbewahrt werden.

Am letzten Schultag kommen die Schüler dann zunächst in ihre Klassenräume, holen ihre Eintrittskarten und gehen für die 1. Stunde in die entsprechenden Räume. Die Lehrerin stellt hier zunächst ihr Buch vor und liest daraus vor. Im Anschluss kann noch ein Feedback folgen, muss aber nicht. Hier hat jeder Vorleser freie Hand, wie er die Zeit gestalten möchte.

Nun aber zu meinem ausgewählten Vorlesebuch:

 
Bild: www.amazon.de

„Leon zeigt Zähne“ ist ein Buch, in dem ein schüchterner Junge Mut gewinnt und sich traut, anderen Menschen zu sagen, was ihm nicht passt. Dabei lernt er eine Freundin kennen und auch sein Vater wird von dem Mut zum Neinsagen angesteckt.
Alles ist sehr lustig und kindgerecht geschrieben und meiner Vorlesegruppe, die diesmal vorwiegend aus Jungs bestand, hat meine Wahl gut gefallen.

Da bald Vorlesetag ist, vielleicht auch eine Idee für andere Lehrer und Schulen für eine Vorlesezeit dieser oder anderer Art…

Hier(*klick) im Blog findet ihr bereits ältere Berichte unserer Vorlesestunde und auch Organisationsmaterial zum Download.

Daher viel Spaß mit Kinderliteratur und beim Vorlesen…

Marion Keil