Mittwoch, 10. Juni 2015

Voraussetzungen zum Lehrersein

Gedanken zu Lehrervoraussetzungen:Diese Voraussetzungen sollten weitestgehend erfüllt sein, um erfüllt und lange Lehrer zu sein:
a.
Freundlich, aber bestimmt
In Fachbüchern liest man oft von den verschiedenen Erziehungsstilen von autoritär, anti-autoritär und laissez-faire (machen lassen). Hier im Blog soll der Lehrer so beschrieben werden:
Ein Lehrer muss eine Autorität und eine Respektsperson für die Kinder sein, zugleich aber auch Ansprechpartner und Vertrauter in allen Lebens- und Lernfragen. Wie Klassenleitung schon sagt, ist es nötig die Klasse zu leiten und sich genau zu überlegen, was sowohl Leistungsziele als auch soziale Ziele der Klasse sein sollen und davon wenn möglich nicht abzuweichen. Je selbstsicherer und klarer ein Lehrer auftritt, desto mehr nehmen die Kinder ihn ernst und können sich an die Regeln halten und die an sie gestellten Aufgaben erfüllen. Viele Kinder brauchen ganz klare Strukturen, Anweisungen und auch Grenzen und fühlen sich sicher, wenn sie diese bekommen. Natürlich können Kinder und auch Erwachsene diese Anforderungen in einem freundlichen und wertschätzenden Ton und Umgang miteinander besser annehmen und umsetzen, daher sollte Freundlichkeit den Alltag bestimmen.
b. Geduld zum Zuhören, Erklären, Motivieren
Gerade weil Kinder spontan, mitteilungsbedürftig, reflexgesteuert und unbedarft sind für Sprech- und Lernsituationen, erfordert der Lehrerberuf immer wieder sehr viel Geduld. Schon morgens wird man begrüßt mit: „Weißt du, was ich am Wochenende gemacht habe?“ und mittags gehen die Kinder mit : „Ich freue mich auf heute Nachmittag“, weil viele einen starken Mitteilungsdrang haben und auch angehört werden möchten. Ebenso ist es beim Erklären: „Häh, versteh ich nicht!“ Also versucht man es mit anderen Worten und neuer Art und Weise zu erklären, immer wieder und wenn es nötig ist für jede und jeden neu. Auch den verschiedenen Kindern muss man mit viel Zuspruch und Motivation immer wieder gerecht werden: „Toll machst du das heute“ „Jetzt fang mal endlich an!“ Geduld muss eine Stärke sein. Wer sich schon beim Monolog des Nachbarkindes die Ohren zuhalten möchte, für den ist dies sicher nichts…
c. Multi-Tasking-Fähigkeit und Belastbarkeit
Gerade aufgrund der vielfältigen Aufgaben, die meist noch parallel ablaufen: „Mein Kleber ist weg!“ „Der Hannes hat mich gehauen!“ und „Habe ich die Aufgabe richtig?“ sollte man nicht das Handtuch werfen, wenn gerade drei Finger nach oben gehen und alle Kinder ihr Anliegen von Ihnen gelöst haben wollen. Der Unterschied zur Schlange an der Bäckertheke liegt darin, dass die Kinder oftmals nicht so geduldig warten können, bis Sie aufgefordert werden, Ihr Anliegen vorzutragen, sondern auch schon mal in Schimpftiraden, Kommentaren oder ungeduldigen Selbstlösungsversuchen zur Eile antreiben. Geduld ist eben nicht ihre Stärke, die muss der Lehrer erst vermitteln. Abgesehen von der Unterrichtsarbeit, die nicht immer geradlinig und planbar abläuft und oftmals Flexibilität und Kreativität erfordert (gerade im Umgang mit schwierigen Kindern), kommen noch Aufsichten, die häuslichen Vorbereitungen, die Konferenzabsprachen und zu erarbeitenden Konzepte, Elternarbeit, Kooperation mit Kolleginnen oder anderen Stellen, Verwaltungsarbeit mit Leistungsbewertungen, Förderplänen und Notizen usw. hinzu. Während in der Schule manchmal kaum Zeit zum gemütlichen Kaffeetrinken bleibt, weil der Kopierer wieder Stau verursacht, ein Kind in der Pause gestürzt ist und dringend Pflaster braucht, oder sich Hannes schon wieder mit Sven kabbelt, müssen nachmittags an den konferenzfreien Tagen meist noch Vorbereitungen getroffen werden und die Tasche gepackt, da Grundschullehrerinnen auch gerne ihren kompletten Hausrat zu Demonstrationszwecken mit in die Schule nehmen ;-)
d. fachliche Kompetenz
Was mache ich, wenn Kinder immer noch zählend rechnen? Wie schaffe ich es, die Rechtschreibung zu vermitteln? Was mache ich mit zickigen Mädchen? Viele Dinge lernt man im Studium, doch vieles muss man sich noch im nach hinein aneignen. Beratung mit Kolleginnen, Fachliteratur und auch die Unterrichtsvorbereitung mit vielen Faktoren muss lückenlos und wasserdicht geplant werden. Fachkompetenz ist sehr wichtig, auch um vor den Eltern zu bestehen und die Kinder mit einem guten Gefühl auf die weiterführenden Schulen zu schicken.
e. Empathie und Verständnis
Neben allen Grenzziehungen sollte sich der Lehrer auch in die Kindern hineinversetzen und immer wieder freundschaftlich und vertrauensvoll mit ihnen umgehen können. Das erfordert ein hohes Maß an Empathie und Verständnis, welches täglich aufzubringen ist, auch und gerade mit den schwierigen Kindern.
f. Kreativität
Motivierende Unterrichtsideen, ansprechendes Unterrichtsmaterial und ein mitreißender Unterrichtsvortrag verlangen viel Kreativität ab. Sowohl an Bastelgeschick, als an Ideenreichtum oder Unterhaltungstalent. Manchmal kommt man sich selbst vor wie der Klassenclown, die Eselsbrücken sind nicht logisch, aber unschlagbar und für die Kinder unvergesslich und der selbstentworfene Pappcomputer ist der Hit in der Freiarbeit. Dann haben Sie es geschafft und sind ein wahres Kreativitätswunder!
g. Humor
Vieles kann durch Humor entschärft werden. Ein kleine lustige Geschichte am Elternabend, ein augenzwinkernder Hinweis im schwierigen Elterngespräch, ein flotter Spruch für „schlimme“ Jungs. Schon ist der Seelenfrieden wieder hergestellt und die Welt sieht gleich ganz anders aus. Wer humorvoll durchs Leben geht, dem gelingt vieles leichter!
Fazit: Der Lehrer benötigt eine Menge an persönlicher Voraussetzungen für ein entspanntes und kompetentes Lehrerdasein, doch einiges wird sich im Laufe der Zeit noch einstellen. Manches kann man sich durch Fachliteratur aneignen, durch Entspannungstechniken ausgleichen, durch ein Lächeln morgens im Spiegel verbessern oder durch Geduld und Training einüben. Denn: „Lernen dauert ein Leben lang“ und das ist das Schöne an unserem Beruf: Es kommen immer wieder neue Kinder und deren Eltern, es wird nie langweilig und es gibt nichts, was nicht noch besser werden kann oder besser gemacht werden kann. 
 Hier folgen Tipps zum Lehrerverhalten in der Klasse:
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Tipps für perfektes Lehrerverhalten

Viele Lehrergrüße von Marion Keil
 

 

1 Kommentar:

  1. Ich habe ein paar Artikel darüber gelesen, aber das gab mir zu denken. Der Autor ist in der Lage, große Ideen für Ihr Blog zu übertragen.

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